OMAS GEGEN RECHTS BERLIN

Lessons learned? – Reflektion einer „OMA gegen Rechts“ – Meinung

Ich schreibe nicht Neues, wenn ich über gegenwärtige globale Umbrüche und ihre Konsequenzen nachdenke. Die Erkenntnis , dass Geldströme, Digitalisierung, Klimawandel, Flüchtlingsbewegungen und jetzt das Corona-Virus keinen Grenzen unterworfen sind, lässt mich über unsere Positionierung als „OMAs gegen Rechts“ zur Abschottung und Eingrenzung durch rechtes Denken und Handeln nachdenken.

Während die weltweite Finanzkrise vom Normalbürger als nicht bedrohlich, da sie ja schnell durch staatlichen Bankenschutz abgewendet wurde, Digitalisierung als Mittel einer günstigen Kommunikation wahrgenommen wird, ohne sich der möglichen Datenkontrolle durch „big brother“ bewusst zu sein, erschien mit den Asyl- und Migrationssuchenden die Wirtschaftswunderidylle gerade im vereinten Deutschland gestört zu sein und erlaubte es verstärkt, bisher nur stammtischfähige Parolen in die oft geneigte Öffentlichkeit zu bringen. Und nun kommt noch eine weltweite, gefährliche Virenseuche hinzu, die aus dem fernen Ausland über uns hereinbrach. Dieses Argument scheint in der rechten Szene noch nicht gesellschaftsfähig geworden zu sein, denn sie hält augenblicklich „die Füße unterm Tisch“.

Doch lassen wir „OMAs gegen Rechts“ uns nicht täuschen: Augenblicklich überwiegt bei uns allen die Angst vor einem unbekannten Angreifer, da ist ein lebensrettendes Medikament und eine besonnene Regierung wichtiger, als das Augenmerk wieder nach außen zu richten. Das wissen AFD und Konsorten sehr gut. Doch hüten wir uns vor starken Führern, die uns auf Dauer zeigen, wo`s lang geht! Beobachten wir aufmerksam, wie behutsam mit unserer Meinungs- und Versammlungsfreiheit umgegangen wird!

Wertschätzen wir die Vielfalt der Meinungen demokratischer Parteien und Institutionen, die Religionsfreiheit und unser Recht, unsere Meinung wo auch immer vertreten zu können. Wir Älteren und Alten sind nicht klüger als die Jüngeren, aber vielleicht ziehen wir Vergleiche aus gemachten Erfahrungen, die unseren Argumenten Glaubwürdigkeit verleihen. Unser aller Freiheit ist nicht grenzenlos, sie endet da, wo die Freiheit aller Mitmenschen beginnt, man nennt das Solidarität. Und diese Freiheit endet nicht an deutschen Grenzen!

Herzlich, Ulla Schneider de Moreno

Wir erinnern: Ravensbrück

Vor 75 Jahren wurde Ravensbrück, das größte Frauen-Konzentrationslager auf deutschem Boden, befreit. Zehntausende Frauen und Mädchen aus ganz Europa waren hier inhaftiert, viele Kinder wurden hier geboren.

Die, die hier ihr Leben verloren haben, gehörten zur Generation unserer Mütter, Großmütter und Geschwister. Das Leben wurde ihnen genommen durch unmenschliche Haftbedingungen, Hunger, Folter, medizinische Experimente. Sie wurden ermordet und verbrannt. Das elementarste Recht, das Recht auf Leben, Überleben, Weiterleben wurde ihnen verwehrt.

Wir Berliner OMAS GEGEN RECHTS halten die Erinnerung an die Frauen von Ravensbrück aufrecht. Die für das Wochenende vom 17. bis 19. April 2020 geplanten Gedenkveranstaltungen können wegen der Corona-Krise nicht stattfinden, wir OMAS können derzeit nicht nach Ravensbrück fahren. Umso mehr empfinden wir die Verpflichtung zum lebendigen, aktiven Gedenken über einzelne Tage hinaus. Darin fühlen wir uns verbunden mit allen, die sich wie wir dafür einsetzen, dass nichts in Vergessenheit gerät, was damals geschehen ist.

Wir OMAS GEGEN RECHTS hoffen sehr, dass wir unsere Aktivitäten bald wieder aufnehmen und nicht nur im virtuellen Raum sichtbar sein können.