OMAS GEGEN RECHTS BERLIN  /  Deutschland-Bündnis

Demo: Ihr seid keine Sicherheit!

8. Mai 2021, 12:50 Uhr. Kurz vor Beginn der Demonstration „Ihr seid keine Sicherheit!“, zu der das Aktionsbündnis Antirassismus aufgerufen hatte, sprach uns auf dem Mehringdamm/ Ecke Dudenstraße ein älterer Herr an und erkundigte sich danach, worum es denn ginge. Gegen Rassisten und Nazis in den Sicherheitsbehörden, antworteten wir. Daraufhin empörte er sich und hier sei nur die Kurzfassung wiedergegeben: Er habe bis vor 6 Jahren dort drüben gearbeitet, wobei er auf das ca. 250 Meter entfernte Landeskriminalamt zeigte. Nur Dreck und Lärm und Gewalt gebe es überall dort, wo Ausländer seien! Und Kriminalität! Außerdem lebten bald mehr Ausländer in Deutschland als Deutsche! Sarrazin habe doch recht mit seinem Buch, ja, Deutschland schaffe sich ab! – Puh!

Unseren Flyer allerdings fand er charmant.

Wir indes wussten nun umso besser, weshalb wir uns dem Demonstrationszug, der sich aus unzähligen linken Initiativen zusammensetzte, unbedingt anschließen mussten.

Freiheit für Julian Assange, das fordern auch die OMAS GEGEN RECHTS

Freiheit für Julian Assange, das fordern auch die OMAS GEGEN RECHTS. Regelmäßig beteiligen sich OMAS unserer Gruppe an Aktionen, so auch am 26.11.2020 vor der Botschaft von Großbritannien. Wir halten konsequent Abstand – besonders gegen Rechts – aber auch zueinander, denn das ist nötig in dieser Zeit, um andere Menschen und uns selbst nicht zu gefährden. Wir setzen aber auch Zeichen auf der Straße – denn in dem Auslieferungsprozess um den Wikileaks-Gründer Julian Assange steht sein Leben auf dem Spiel!

Strandbad Plötzensee

Plötzensee: Strandbad ohne Nazis

Von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und den selbsternannten „Volkslehrer“ Nikolai Nerling rausgeschmissen haben sie, nachdem der in der Strandbar gegen Juden und Ausländer zu pöbeln begonnen und den Holocaust geleugnet hatte.

Eine kleine Gesandtschaft der Berliner Initiative OMAS GEGEN RECHTS war heute dort, wärmte sich in wirklich netter Runde am Lagerfeuer und sicherte dem Betreiber und seinen Mitarbeiter*innen Solidarität zu.

Mahnwache für Moria

Protest in der Sonne

Der letzte Sommertag strahlte uns an, alle, die an der zweiten Mahnwache für Moria-BewohnerInnen am 23. September von 11-12 Uhr teilnahmen. Warum schon wieder eine Mahnwache?

Der Grund war, dass wir uns mit den österreichischen OMAs solidarisieren wollten. Die haben es noch etwas schwerer mit ihrer Regierung als wir mit unserer, weil Kanzler Kurtz und Konsorten sich standhaft weigern, auch nur einen Flüchtling zusätzlich ins Land zu lassen. Österreich gehört zu jenen Staaten in der EU, die sich einer weiteren Aufnahme von Flüchtlingen verweigern und damit das Elend in Moria und den anderen griechischen Inseln verstetigen. Weil die EU verantwortlich ist, haben wir vor der Vertretung der Europäischen Kommission Unter den Linden mit Transparenten und Plakaten demonstriert.

Immerhin waren wir 15 Frauen, deren Empörung so weit reichte, dass sie – an den Stellen, wohin der Schatten nicht mehr reichte – in der glühenden Sonne standen. Viele PassantInnen waren desinteressiert, manche haben uns ermutigt. Ein junger Mann „mit Migrationshintergrund“ war stolz, als er sich mit uns und unserem Transparent fotografieren ließ.

Hilde

Antifa-Fahrradkorso des VVN-BdA

Etwa 50 politisch Engagierte verschiedener Aktionsbündnisse und Vereine radelten am 13. September 2020 von der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik zum Rosa-Luxemburg-Platz. Die Stimmung war gut, nicht ausgelassen, aber optimistisch, solidarisch und kämpferisch. Mit Kindern im Fahrradanhänger bis hin zu Senior*innen bildeten wir ein breites Altersspektrum ab und nahmen nicht den kürzesten, sondern in jeder Hinsicht etwas längeren, geschichtsträchtigen Weg. Unterwegs machten wir mit kleinen Kundgebungen Halt an zahlreichen Orten, die zum Gedenken und Mahnen einerseits sowie zum Protestieren andererseits auffordern. Die Wirkung wurde nicht verfehlt, Anwohner*innen öffneten ihre Fenster, lauschten und winkten.

Einige Stationen:

Gleich zu Beginn gedachten wir auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik der Opfer der Euthanasie.

Wir erinnerten dann an den Untergrund-Treffpunkt der Sozialistischen Arbeiterpartei vor dem ehemaligen Wohnhaus von Walter Kluge.

Am Nachtigalplatz ging unsere Forderung nach neuen Namen für einige der Straßen im Afrikanischen Viertel über in den Protest gegen Anwohner*innen, die deren jetzige Benennung nach ehemaligen Kolonialherren beibehalten wollen.

Vor den Pharussälen in der Müllerstraße ließen wir die Musik der Swing-Jugend erklingen.

Nahe der Druckerei der Wochenzeitung der KDW – kein Kaufhaus, sondern pseudodemokratische Demokratiefeinde namens Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand – erfuhren Anwohner*innen von unserer gegnerischen Meinung.

Der Berliner VVN-BdA organisiert jedes Jahr am zweiten Sonntag im September einen antifaschistischen Fahrradkorso.

Es ist eine gute Methode, die Menschen der Stadt mit wichtigen Inhalten zu konfrontieren: Wir erreichen auch jene, die zu Demonstrationen und Kundgebungen nicht gehen. Wir kommen quasi zu ihnen nach Hause.

Im nächsten Jahr mieten sich Frauen der Berliner Initiative OMAS GEGEN RECHTS ein Gruppenfahrrad – meist Bierbike genannt, damit auch jene teilnehmen können, die nicht mehr so sportlich sind?

Halle – Erfolgreiche Solidaritätsaktion der OMAS GEGEN RECHTS für eine angegriffene OMA in Halle

Ein Männlein steht in Halle am Marktplatz rum,

er schreit und tobt verzweifelt, man fragt warum?

Noch immer habe ich dieses Lied, das auf die Melodie „Ein Männlein steht im Walde….“ gesungen wurde und das am letzten Samstag auf dem Marktplatz in Halle erschallte, genüsslich im Ohr!

Refrain:

Oh wie schön könnt’ Halle sein,

sperrte man das Männlein ein,

denn dann hört es eeendlich auf
 zu schrei’n.

 Unser Vorhaben, gegen den Rechtsextremen Sven Liebich zu protestieren, hat geklappt!

Am Samstag, den 8.8.20 reisten OMAs aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik nach Halle zum Marktplatz, um L. die Stirn zu bieten. Dieser nervt nämlich nicht nur jeden Samstag die Hallenser mit rechtsextremistischem Geschrei auf dem Marktplatz. Er diskriminierte dort und anderswo auch bereits mehrfach die OMAS GEGEN RECHTS mit respektlosen und beleidigenden Sprüchen. Besonders eine OMA aus Halle hatte dies schmerzlich hinnehmen müssen und so beschlossen OMAs aus mehreren Bundesländern, eine lange Anfahrt, das Risiko, unschöne Dinge ertragen zu müssen und nicht zuletzt die Hitze (34°Grad!) in Kauf zu nehmen, um dem „Männlein von Halle“ mittels lautestem Trillerpfeifen, Sprechchören und Liedern die Show zu stehlen.

Um 14.30 Uhr schritten von allen Seiten ca. 80 – 100 mutige und entschlossene OMAs, mit weißen OMAS GEGEN RECHTS-Sonnenschirmen und Schildern ausgerüstet, zielstrebig und würdevoll auf den Marktplatz und erreichten mittels lauten Trillerpfeifens, dass der Rechtsextreme nicht  – wie sonst – herumschreien konnte.

Liebich wurde von der OMA-Invasion völlig überrascht und aus dem Konzept gebracht. Er war nicht in der Lage, auf die Situation zu reagieren, außer, dass er vergeblich versuchte, die OMAs mittels Musik aus seinem Lautsprecher zu übertönen. Dies gelang ihm aber nicht! Die OMAs wurden nämlich durch lautstarke Samba-Rythmen und Parolen der Gruppe „Rhythms of resistance“ unterstützt. Trotz der Hitze tanzten die Omas und es wurde der gemeinsame Widerstand gefeiert. Auch von der Kirche kam Unterstützung: Um 15:00 Uhr läuteten die Kirchenglocken außerplanmäßig lange! Eine mächtige akkustische Gegenfront der „OMA-Seite“machte es Liebich unmöglich, seinen Livestream mitlaufen zu lassen. Er löschte ihn. Ist seine Zeit um? Ja, er weiß es nur noch nicht!

Den restlichen Liedtext möchte ich den Leser*innen nicht vorenthalten:

Ein Männlein steht in Halle am Marktplatz rum,

er meint er ist der Größte, man fragt warum?

Refrain

Ein Männlein steht in Halle am Marktplatz rum,

beleidigt, hetzt und pöbelt, bis seine Zeit ist um.

Refrain  

 Ein Männlein steht in Halle am Marktplatz rum,

erzählt ganz viele Märchen, ach blieb es stumm.

Refrain  

Ein Männlein steht in Halle am Marktplatz rum,

wir Omas stehn zusammen, denn seine Zeit ist um.

Refrain:

Oh wie schön könnt’ Halle sein,

sperrte man das Männlein ein,

denn dann hört es eeendlich auf
zu schrein.

Weiter so, liebe OMAs!!!

Es folgt noch eine Bilderstrecke!

V.

 

Protest gegen rechtsoffene Demo

Ich nehme gedanklich die Position einer außenstehenden Beobachterin der heutigen Demonstration von Corona-Leugner*innen und der Gegenkundgebung dazu ein, also einen Perspektivwechsel vor: Was soll ich davon halten? Es ziehen etliche Tausend aus der gesamten Bundesrepublik zusammengetrommelte Gegner*innen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus durch die Berliner Innenstadt und viele von ihnen rufen genau dasselbe wie die wenigen Hundert Gegendemonstrant*innen, nämlich „Nazis raus!“ und schwenken bunte Fahnen mit Friedenssymbolen. Ich denke also, hey Leute, wunderbar! Wenn ihr alle gegen Nazis seid, tut euch doch einfach zusammen! Das jedoch tun sie nicht und es ergäbe auch keinen Sinn, dass Gleichgesinnte sich zunächst in Demo und Gegendemo aufteilen. Ich muss also genauer beobachten und siehe da, in dem Tausender-Zug gibt es nicht nur jene, die Friedenstauben und Gandhi-Plakate hochhalten, die Organisator*innen der Großdemo fühlen sich von der Maskenpflicht gegängelt, lehnen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus grundsätzlich ab, weil sie dadurch ihre Freiheit bedroht sehen, unterstellen der Bundesregierung, sie wolle mit der Einführung der Impfpflicht die Demokratie aufweichen, und der Presse, sie sei der Handlanger der Regierung. „Your facts don’t matter“ steht auf einem Transparent. Verschwörungsmythen statt Fakten. Spätestens der antisemitische Satz „Lies die Protokolle“ – gesehen auf einem T-Shirt – sollte jedoch aufhorchen und die Polizei eingreifen lassen. Als die gedanklich außenstehende Beobachterin beginne ich also zu begreifen, in diesem Tausender-Zug sind mitnichten alle rechts oder rechtsextrem, aber die Demo ist rechtsoffen. Jene, denen wirklich nur einige der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus ein Dorn im Auge sind, grenzen sich gegen rechts nicht ab und Rechtsextreme nehmen das Steuer in die Hand. Klar, dass die OMAS GEGEN RECHTS zur Gegenkundgebung auf- und dann wütend rufen: „Ihr marschiert mit Nazis und Faschisten!“, wenn ihnen die vermeintlichen Friedensheld*innen zuwinken.

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