OMAS GEGEN RECHTS BERLIN  /  Deutschland-Bündnis

Keine Bühne der AfD!

Kundgebung gegen die Teilnahme eines AfD-Mitgliedes an einer Podiumsdiskussion im Berliner Robert-Blum-Gymnasium

Seit 2010 gehört dieses Gymnasium dem Netzwerk „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ an.

Dennoch lädt die Schulleitung zu einer Podiumsdiskussion auch einen bekannten AfD-Politiker ein, bestimmt mit dem Argument, dies sei der Demokratie geschuldet. Dem Anspruch einer Schule ohne Rassismus entspricht das nicht.

Dieser Meinung waren auch zahlreiche Schüler*innen, einige Eltern und die Elternsprecherin, doch die Schulleitung bestand auf der Teilnahme des AfD-Vertreters.

Etliche Schüler*’innen riefen deshalb zu einer Kundgebung vor dem Schulgebäude auf. Als Reaktion darauf setzte der Schulleiter mit der Begründung, dass die Sicherheit nicht gewährleistet sei, die Podiumsdiskussion ab.

Dennoch fand die Kundgebung statt und 100 bis 150 Schüler*innen gaben in Reden und Sprechchören zu verstehen, dass sie an ihrer Schule keine Nazis, Rassisten, Homophobe, Frauenfeinde, Antisemiten etc. haben wollen.

Nicht nur die Unterstützung ihres Anliegens,  Rechtsextremen Paroli zu bieten, war uns wichtig.  Wir wollten auch unsere Solidarität zeigen und dem Mut der Schüler*innen Beifall zollen. Hoffen wir, dass sie für Mut und  Haltung nicht gemassregelt werden, denn  S I E  machen dem Vermächtnis von Robert Blum und dem Titel der „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ alle Ehre.

D.

Keine Bühne der AfD-1

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Wir sind es den Ermordeten schuldig!

Ja, wir waren da und unsere Bündnispartner*innen ebenfalls. Vor dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas verhinderten wir dessen Missbrauch durch die Querdenken-Bewegung. Keine und keiner der deutschlandweit Mobilisierten und teils in gefährliche Verschwörungsmythen Verstrickten, deren Demonstrationen verboten worden waren, konnte das Mahnmal als Kulisse für Livestreams demokratiefeindlicher Auftritte nutzen.

Aufruf zur Kundgebung am 29.8. – Mahnmal der ermordeten Juden Europas

Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen… (Primo Levi)

Wir erneuern unseren Aufruf vom 1.8.2021 und stellen uns am 29.8.2021 wieder als sichtbarer Schutz und öffentliches Zeichen vor das Mahnmal der ermordeten Juden Europas.

Gegenwärtig mobilisieren führende Köpfe der Querdenker für das Wochenende 28.8.2021 und 29.8.2021 erneut nach Berlin. Sie setzen dabei auf „Spontandemonstrationen“, melden ihre geplanten Demonstrationen nicht an, sie behaupten: „Keine Demo, keine Kundgebung – nur wir.“

Verbündete von Querdenker*innen und anderen Verschwörungsideolog*innen und rechtsoffenen Gruppierungen und Parteien sind bereits am 1.8.2021 durch Berlin gelaufen, obwohl ihre Versammlungen wegen des Infektionsschutzes verboten worden waren, denn sie hatten bereits im Vorfeld angekündigt, sich nicht an Auflagen halten zu wollen.

Am 1.8.2021 durchbrachen sie mehrfach Polizeiketten, wendeten sich gegen Menschen, die Masken trugen, und versuchen seither noch deutlicher, sich als „Widerständler“ und „Freiheitskämpfer“ innerhalb einer Diktatur darzustellen. Auf dem Videoportal der Querdenker werden nach wie vor auch antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet.

Die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus schätzt ein: „Die angekündigten Versammlungen haben durch die hohe Aggressivität vieler Teilnehmender ein Gefahrenpotential. So war bei größeren Events aus dem „Querdenker“-Milieu in der Vergangenheit regelmäßig eine hohe Grundaggressivität feststellbar. Mehrfach kam es auch zu Ausschreitungen. Auch am Wochenende ist eine mögliche Beteiligung von gewaltbefürwortenden und gewaltsuchenden Rechtsextremen, aber auch von radikalisierten Verschwörungsgläubigen nicht unwahrscheinlich. Das Potenzial rechtsextremer Gewalttäter*innen in Kombination mit der massiven Umsturz-Rhetorik in Reden aus dem „Querdenker“-Milieu sowie dem Selbstverständnis vieler Teilnehmender, sich im Kampf gegen eine Diktatur zu befinden, birgt für Personen, die als Feinde ausgemacht werden, die Gefahr von Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen im Umfeld der Veranstaltungen.“

Wir lassen das Auftreten der Querdenker*innen nicht unwidersprochen und setzen ein Zeichen, denn immer wieder ist es bei ihren Versammlungen und Aufmärschen zum Zeigen antisemitischer Symbole gekommen. Auch vor dem Mahnmal der ermordeten Juden Europas kam es mehrfach zu Provokationen, die live ins Internet gestreamt wurden. Aus einer Demonstration heraus rief am 21.4.2021 ein Demonstrant: „Mahnmal der Schande!“ Ein bekannter Rechtsextremer filmte sich vor dem Mahnmal mit dem Tagebuch der Anne Frank.

Wir werden deshalb am 29.8.2021 erneut vor dem Mahnmal der ermordeten Juden Europas stehen. Bitte unterstützt uns und zeigt mit uns, dass nicht wieder geschehen darf, was geschehen ist. Wir erinnern und mahnen, der Holocaust war ein unvergleichliches Verbrechen!

Die Pandemie ist nicht vorbei! Wir halten Abstand und schützen uns gegenseitig – Masken sind selbstverständlich!

Kommt am 29.8.2021 ab 11:00 Uhr zur Kundgebung!

Ort: Ebertstr / ab Ecke Behrenstr. /Richtung Hannah-Ahrendtstr.

OMAS GEGEN RECHTS Berlin /Deutschland-Bündnis und

VVN-BdA

Aufstehen gegen Rassismus

Anwohner*innen Initiative für Zivilcourage gegen Rechts

Hier noch der Aufruf als PDF: Aufruf 29 August-Berlin

DAS TRANSPARENT WEINT

Weinendes Transparent

Vor dem Bundeskanzleramt protestierte ein breites Bündnis aus Initiativen wie Seebrücke, Pro Asyl und Fridays for Future Berlin dafür, dass die Luftbrücke nach Afghanistan möglichst lange aufrecht erhalten wird.

Es war eine beeindruckende Kundgebung, zu der kurzfristig mehr als tausend Menschen kamen und das, obwohl es in Strömen regnete.

Natürlich waren die OMAS GEGEN RECHTS dabei und nicht nur ihr Transparent weinte…

 

 

DANKE! Rückblick und Aussicht – 1.8. – 29.8.2021 – Wir lassen es nicht wieder geschehen…

Am 1.8.2021 standen die Berliner OMAS GEGEN RECHTS/Deutschlandbündnis gemeinsam mit vielen Bündnispartner*innen als ein sichtbarer Schutz vor dem Denkmal der ermordeten Juden Europas in der Ebertstraße. Und es war gut, dass wir dort waren. Einige Versuche des Lifestreamings von Rechtsextremen konnten verhindert werden – und wenn gestreamt wurde, waren wir im Bilde, mit unseren sichtbaren Fragen: BEREICHERT IHR EUCH MIT ODER AN DIESEM LIVESTREAM?  IST DIE EIGENE MEINUNG UNANTASTBAR? IN WELCHER DIKTATUR GILT DAS RECHT AUF VERSAMMLUNGSFREIHEIT? HABT IHT NIE GELERNT EUCH AR-TI-ZU-KU-LIEREN?

Wir bedanken uns bei allen, die uns geholfen haben, ganz besonders bei:

PAO – Pankower aktivistische Organisation. Ein ganz fettes DANKE! Wann immer wir Euch in der letzten Zeit um Hilfe gebeten haben, Ihr habt uns unterstützt – mit Moderation und Technik und Eurem Da-Sein. Antifaschismus ist keine Frage des Alters!

VVN BdA – Danke für Eure Unterstützung, wie immer standen wir zusammen! (Das tun wir auch, wenn wir örtlich getrennt sind.)

AgR – Aufstehen gegen Rassismus – Eure Zeitung ist toll geworden und Euer Material nutzen wir ständig – DANKE!

SPD – Berlin / JUSOS – Danke für Eure Unterstützung durch „Sitzmöbel“ und Technik – DANKE für das Dabeisein (@Paula und auch an Anett, die in Gedanken bei uns war!)

Danke auch an unsere Freund*innen von der Anwohner*innen-Initiative für Zivilcourage gegen Rechts, an das Bündnis für ein weltoffenes Berlin, an Berlin gegen Nazis (was wären wir ohne Eure Infos?), an die Beamten der Berliner Polizei vor Ort (das haben wir leider auch schon anders erlebt!), wir danken den Mitarbeiter*innen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas für ihr Verständnis für unsere Aktion, und wir bedanken uns bei den vielen Menschen, die einfach gekommen sind.

Teilgenommen haben OMAS GEGEN RECHTS vieler Gruppen, wir bedanken uns bei allen – sie kamen nicht nur aus Berlin, dabei waren auch: OMAS GEGEN RECHTS aus Halle, Kiel, Hamburg und Köln/Bonn und die Twitter-OMAS überall.

Ein großes Danke auch an die mit uns verbundenen „Aktionäre“ – getrennt an Orten, solidarisch im Kampf gegen Rechts und für Geradedenken – an die ANTIVERSCHWURBELTE AKTION und GERADEDENKEN. (Für Verschwörungstheoretiker – bitte beachten: In jeder OMA GEGEN RECHTS steckt mindestens eine Echse und eine GERADEDENKERIN!)

Aber seht selbst – Bilder sagen mehr als Worte.

LEIDER MÜSSEN WIR UNS AM 29.8.2021 WIEDER VOR DAS MAHNMAL STELLEN. Bitte unterstützt uns! Aufruf folgt.

Und übrigens:

So kaputt ist die Querdenkenbewegung (Artikel im Tagesspiegel)

 

Wir werden am Mahnmal stehen – am 1.8.2021 – unterstützt uns!

Wir haben erfahren, dass etliche der angemeldeten Querdenker-Versammlungen für das Wochenende inzwischen verboten wurden, weil davon auszugehen ist, dass die Teilnehmer*innen sich nicht an die Infektionsschutzregeln halten würden.

Deshalb gab es auch bei uns viele Anfragen, ob wir unseren Aufruf zur die Kundgebung für Erinnerungskultur am 1.8.21 aufrechterhalten. Die Antwort ist einfach: Ja, natürlich!

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zwei seien genannt: Wir haben erlebt, dass Querdenker sich an Verbote nicht halten! Wir wissen, dass sie Gerichte bemühen werden – aber nicht, wie diese entscheiden. Wir leben in einer Demokratie.

Wir haben heute unser Hygienekonzept an die Versammlungsbehörde gesendet. Darin heißt es:

„Wir können davon ausgehen, dass unsere Teilnehmer*innen selbst auf Vieles achten, da sie zum Teil zur Risikogruppe gehören und solidarisches Verhalten in der Corona-Pandemie auch ihrem politischen Selbstverständnis entspricht.“

Das ist der Unterschied.

Wir müssen befürchten, dass Querdenker*innen und ihr „Gepäck“- rechtsradikale YouTuber*innen usw. Berlin unsicher machen werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb bleiben wir bei unserem Aufruf und freuen uns über Eure Unterstützung.

Aufruf zum Download (Rechtsklick und „Speichern unter“): Aufruf Kundgebung Erinnerungskultur

Erinnern heißt kämpfen! Brief an Esther Bejarano

Liebe Esther,

gerade komme ich von einer Gedenkkundgebung für Dich. Wir haben uns nie persönlich kennengelernt, aber ich habe Dich immer gern gehört und sehr bewundert.

Wir trafen uns heute an der Stelle, von der aus Du 1943 nach Auschwitz deportiert wurdest und die jetzt ein Platz des Gedenkens ist.

Heute warst Du mitten unter uns, und junge und alte Antifaschist*innen standen zusammen! Wir  hatten Mühe, den Abstand zu halten, weil wir so viele waren.

Es ist noch nicht so lange her, da hast Du mir mit Deinen Worten richtig gutgetan, weil ich unsicher geworden war, ob es richtig ist, gegen „faschistische Strukturen in der Polizei“ und für „Entnazifizierung“ zu demonstrieren. Einige von uns OMAS GEGEN RECHTS fanden diese Demonstration zu „militant“, und das hatte mich verunsichert. Aber der NSU, das waren nicht nur drei Verbrecher, die ungeklärten Verbrechen in Neukölln und die rechtsradikalen Chatgruppen in der Polizei, von denen wir wissen und und und… Und deshalb sind wir dann doch zu dieser Demonstration gegangen – nicht alle, aber einige, und das war gut so. Als ich dann Deine Grußworte aus dem Lautsprecher hörte und die vielen Antifaschist*innen erlebte und die Reden hörte, da war ich wieder einmal froh, nicht zu Hause geblieben zu sein.

Schön, dass Du mit einigen OMAS GEGEN RECHTS einen Nachmittag verbrachtest, und eine Ehren-OMA GEGEN RECHTS wurdest.

Ich habe heute einiges Neues über Dich erfahren, zum Beispiel, dass die Hamburger Polizei einen Wasserwerfer auf einen Wagen richtete, auf dem Du standest und dass Du auf Deinem 95. Geburtstag stundenlang aufmerksam warst und dann noch getanzt hast.  Ich habe Dich singen gehört – mit Deiner wunderbaren Sopranstimme. Liebe Esther, Du hättest die Reden heute hören sollen, die waren voller Menschenliebe und hätten Dich gefreut.

Wir hörten die Gedichte von TINTENWOLF und erinnerten uns dabei vieler, die umgebracht wurden. Wir hörten YOK mit seinem Akkordeon und als der Verstärker nicht mehr wollte, war das kein Problem, weil alle ganz still waren und wir ihn trotzdem hören konnten.

Liebe Esther, was die Jungen von der ANTIFA heute für Dich und uns auf die Beine gestellt haben, das zeigt, dass Du tief in ihnen verwurzelt bist.

Alle zusammen gegen den Faschismus, immer und überall – das ist Dein Vermächtnis und eine Handlungsanleitung.

Du bist nicht tot, Du lebst jetzt nur anders – in uns allen!

Und so sei gegrüßt

Hanna

20. Juli 2021 in Berlin – Gedenken und notwendige Aktion – Schutz des Mahnmals als Ort der Erinnerung

Heute haben wir OMAS im PLENUM zusammengesessen und sehr viel diskutiert und organisiert – alle Entscheidungen sind im Konsens getroffen worden.

Wir haben auch besprochen, dass eine von uns für den 20.7.2021 eine Kundgebung zum Schutz des Mahnmals der ermordeten Juden anmelden wird, denn es ist unerträglich, dass Rechtsextremist*innen und Coronaleugner*innen diesen Tag nutzen wollen, um am Mahnmal ihr schmutziges Unwesen zu treiben. Einer von ihnen verbreitet im Internet die Lüge von 6 Millionen Impftoten und Ihr könnt sicher sein: Er weiß, was er sagt!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Das Mahnmal muss vor Holocaust-Verharmloser*innen und Antisemit*innen geschützt werden.

Der 20. Juli ist ein ganz besonderer Tag und wir gedenken auch derjenigen, die vergeblich versuchten, den Hitlerfaschismus zu stürzen und das sinnlose Sterben zu beenden, indem sie ein Attentat auf Hitler verübten.

Wir hoffen, dass viele alte und junge Berliner*innen, Antifaschist*innen aller Generationen uns unterstützen, wenn wir am 20.7.21 um 18:30 Uhr am Mahnmal der ermordeten Juden (in der Ebert- bis zur Ecke Behrenstraße) gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus und des Widerstands gedenken und sagen: Nie wieder!

Wir OMAS sind fast alle bereits zweifach geimpft und froh darüber, werden trotzdem Maske tragen und Abstand halten und bitten alle anderen Unterstützer*innen auch darum.

Hanna

 

 

 

Die AfD ist unwählbar!

Kaum war das Band der Solidarität #unteilbar durch Halle gezogen, machten sich einige OMAS auf den Weg. Sie fuhren noch nicht nach Hause, sondern nach Merseburg (Saalekreis), das nur wenige Kilometer entfernt liegt. Hier wollte die AfD auf einer Wahlkampfveranstaltung um Stimmen werben und hatte dazu auch den Faschisten Höcke* eingeladen. Die AfD verlegte extra ihre Versammlung zeitlich nach vorn, um zu auszunutzen, dass viele Demokrat*Innen gerade in Halle ein Band der Solidarität zogen und nicht in Merseburg vor Ort sein konnten, aber sie hatte sich verrechnet:  Ganz viele Menschen kamen, um gegen die rassistische Partei zu protestieren. Und es waren erneut viele OMAS GEGEN RECHTS dabei. Redner*innen machten darauf aufmerksam, wie sich die AfD in den Parlamenten verhält, sie stört und erweist sich als die faulste Partei.  Faul, das ist sie im doppelten Sinne des Wortes.

Während dieser Protestkundgebung wurden auch Statements der OMAS GEGEN RECHTS aus  Regionalgruppen der OMAS über den Lautsprecher abgespielt, sie nannten viele Gründe, warum die AfD unwählbar ist. Für jedes Statement gab es Applaus von den jungen Leuten, die anwesend waren. Beweis dafür, dass wir OMAS GEGEN RECHTS nicht allein sind.

*Höcke darf als Faschist bezeichnet werden, dazu gibt es ein richterliches Urteil.

(Hannah)