OMAS GEGEN RECHTS BERLIN  /  Deutschland-Bündnis

Omas gegen den § 219a – Unterstützung für Kristina Hänel

Am 20.01.2021 wurde die Revision von Kristina Hänel gegen das Urteil aus Gießen abgelehnt. Daher ist sie nun gezwungen, die sachlichen Informationen zum Schwangerschaftsabbruch von Ihrer Homepage zu nehmen. Jedoch ist es weiterhin jedem Menschen, der/die selbst keine Abbrüche durchführt, erlaubt, diese Informationen zu veröffentlichen.

Um diese wichtigen Informationen Frauen zugänglich zu machen und zu verhindern, dass diese auf die Seiten von rechten Pro-Life-Aktivisten gelangen, veröffentlichen wir, die OMAS GEGEN RECHTS BERLIN/Deutschland-Bündnis, hier den Link zur Soli-Seite, auf denen diese Informationen zu finden sind:

https://solidaritaetfuerkristinahaenel.wordpress.com/2021/01/19/informationen-zum-schwangerschaftsabbruch/

FLÜCHTENDE SOFORT AUFNEHMEN Mahnwache am 5. Februar

Die Weltzeituhr am Alex war gut besucht, als wir kurz vor 15 Uhr dort ankamen, um unsere Mahnwache zu beginnen. Eine Gruppe junger Leute hatte sich zu einer Kundgebung versammelt. Mit Spruchbändern, Plakaten und Reden forderten sie Verbesserungen des gegenwärtigen Bildungssystems. Gegen drei machten sie uns Platz an der Uhr, und kurz darauf starteten sie ihren Demonstrationszug.

Mit einigen von ihnen kamen wir ins Gespräch. Sie waren interessiert an unserer Arbeit und fanden uns richtig gut. Einer der  jungen Männer, ein Punk mit steilem Haarkamm, eilte schnell zu Hilfe, als es wegen der heftigen Windstöße Probleme beim Befestigen unserer Wandzeitung gab. Ja, es war wieder eine schöne Erfahrung zu sehen, dass sich die Jungen über die politisch aktiven OMAS GEGEN RECHTS freuten.

Dann wurde es recht still am Alexanderplatz. Zu fünft standen wir dort. Aber wir waren nicht übersehbar. Unsere Schilder und das von OMA D. gestaltete Transparent zogen trotz des ungemütlichen Wetters immer wieder ein paar Leute an. Sie hatten Fragen zu unserem Thema, zu unserer OMAS-GEGEN-RECHTS-Gruppe, und natürlich wurde auch über Corona gesprochen.

Es ist gut, dass wir trotz Corona immer am ersten Freitag jeden Monats dort anzutreffen sind.

 

Warum bin ich bei den Omas gegen Rechts?

Wie alle Kinder der 50ziger war die Befreiung von Auschwitz und der Holocaust ein Thema in der Schule. Die Sprachlosigkeit der Erwachsenen damals hat mich erschüttert. Keiner wusste etwas!

Ein Schlüssselerlebnis waren für mich die Ausschreitungen gegen Flüchtlinge in Hoyerswerda. Mein Engagement während meiner Berufstätigkeit war im wesentlichen auf Demonstrationen beschränkt. Die zunehmende Fremdenfeindlichkeit, das Erstarken neuer rechter Parteien und die damit verbundene Hetze gegen Migranten, LGBT, gewollte Beschränkung von  Frauenrechten, Holocaust Verharmlosung und Tatsachenverdrehung brauchen Widerspruch. Diese Gesinnung soll nicht in die Mitte der Gesellschaft rücken. Für die Zukunft meiner Enkel und aller Menschen wünsche ich mir eine solidarische Welt ohne Diskriminierung, Unterdrückung, ein gleichberechtigetes Leben und für alle das Recht auf ein friedliches Leben ohne Anfeindungen und Kriege.
Die phantasievollen Aktionen und Unermüdlichkeit der Omas gegen Rechts sind überzeugend, deshalb bin ich seit Oktober 2020 dabei.

AG Rassismus

Die Rassismus-AG der OMAS GEGEN RECHTS  gibt es seit Anfang 2020.

Unserer AG ist es wichtig, sich mit dem Rassismus in uns selbst zu beschäftigen. Die Notwendigkeit einer Beschäftigung damit ist vielen von uns erst durch die zunehmenden rassistischen Übergriffe und die Gegenwehr der von Rassismus Betroffenen erschreckend deutlich geworden.

Dazu haben wir u.a. das Buch von Tupoka Ogette: „exit RACISM“ und das Buch von  Charlotte Wiedemann: „Der lange Abschied von der weißen Dominanz“ gelesen und besprochen.

Der dazu von uns organisierte Workshop konnte bisher wegen Corona noch nicht stattfinden. 

Wir arbeiten daran, Argumentationen und Vorgehensweisen gegen rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen zu entwickeln. 

Geplant ist eine Meinungsbildung zu dem bestimmt schwierigen, aber wichtigen Thema Antisemitismus – Israelkritk.

Aktuell bereiten wir die Teilnahme am Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März vor.

Ine, für die AG

Basisdemokratie

Das Beste an der Gruppe OMAs gegen Rechts Berlin Deutschland-Bündnis ist, dass jede OMA mit jeder anderen Kontakt aufnehmen kann. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn es gibt auch Gruppen, in denen keine allgemein zugängliche Mitgliederliste zur Verfügung steht.  Auf diese Weise kann jede OMA eine Diskussion zu einem Thema beginnen, das ihr auf der Seele liegt. Und das nicht bei facebook, in der Öffentlichkeit, sondern „entre nous“. Manchmal ist es auch so, dass keine besondere Resonanz erfolgt – nun ja, damit muss OMA leben. Aber es gibt auch Diskussionen, aus denen wir alle lernen, so zum Thema Gewalt. Oder auch etwas Praktisches, wie die Frage, wie frau Stolpersteine putzt.

Zugegeben: Selbst wenn nicht alle OMAs der Gruppe sich an den Diskussionen beteiligen, so ist es doch sehr anstrengend, mit so vielen unterschiedlichen Frauen im Gespräch zu sein. Manchmal ist es mir auch zu viel. Aber dann habe ich immer noch die Möglichkeit, mich für eine Weile zurückzuziehen.

Das Zweitbeste – weil ohne das wäre ich nie beigetreten – ist die Möglichkeit, sich entsprechend den eigenen Möglichkeiten zu engagieren. Mir fehlen oft die Kräfte, bei Aktionen mitzumachen, und ich habe noch nie ein abwertendes Wort darüber gehört. Das ist motivierend, wenn denn die Energie mal ausreicht. Wobei das im Moment sowieso alles anders ist, weil ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nicht mit dem Fahrrad irgendwohin komme, und es auch problematisch finde, als Angehörige der Risikogruppe zu demonstrieren. Das entscheidet aber auch jede OMA allein – es gibt keine Person, kein Gremium, die etwas vorschreiben würden.

Ja, und es gibt auch Streit. Und Verletzungen. Das bleibt in einer so heterogenen Gruppe ohne autoritäre Führung nicht aus. Aber wir bemühen uns  – um die Wahrheit, und umeinander. Der Zusammenhalt wird dann stärker, auch wenn OMA immer wieder Abstriche machen muss bei der Realisierung der eigenen Vorstellungen.

So soll es sein in einer Basisdemokratie.

 

Hilde

Hilde am Kaffeetisch
Basis am Tisch

Mit OMAS GEGEN RECHTS für Rettungsinseln spenden

Wir OMAS GEGEN RECHTS Deutschland-Bündnis setzen uns für die Belange geflüchteter Menschen ein. Alle Aktionen, Briefe, Petitionen und Mahnwachen haben bisher keine Änderung für die Menschen an den europäischen Außengrenzen gebracht.

Wir suchten andere Wege. In #AxelSteiner von #MissionLifeline fanden wir einen kompetenten Berichterstatter über die unsägliche Situation der Menschen in den Lagern und die schwere Arbeit der NGOs. Schnell waren wir sicher, dass wir helfen möchten.

Aus Nazideutschland mussten einst Menschen fliehen, sie fanden Aufnahme in vielen Teilen der Welt. Deutschland hat gegenüber Geflüchteten eine besondere Verantwortung.
Wir möchten #MissionLifeline mit zwei Rettungsinseln ausstatten, wenn sie im März wieder in See stechen. Dafür spenden die OMAS GEGEN RECHTS Deutschland-Bündnis und bitten auch Euch, uns mit einer Spende zu unterstützen.

Solidarität ist unsere Stärke!

Gedanken rund um den 27. Januar 1945 und 2021

Weltweit wird nicht nur an die Befreiung des KZ Auschwitz durch sowjetische Soldaten gedacht, sondern vor Allem an die Opfer der Shoah erinnert.

Wie viele von ihnen haben vor ihrer Deportation verzweifelt versucht aus Deutschland zu fliehen? Wie sehr haben sie auf Hilfe auf ihrem Fluchtweg gehofft, auf Menschen, die ihnen Unterschlupf gewährten, Nahrung und Kleidung gaben, sichere Wege durch die Berge und über die Grenzen zeigten? Was mussten sie durchleiden, wenn sich die Hoffnung auf Papiere, eine Schiffspassage, ein Einreisevisum, ein Affidavit wieder und wieder zerschlug?

Und haben die Staaten der Welt nicht oder erst viel zu spät erkannt, dass diese Menschen, die aus Deutschland fliehen „wollten“, tatsächlich in Lebensgefahr waren? Oder – schlimmer -, war es ihnen egal? Zählten Regeln, Vorschriften, wirtschaftliche Interessen mehr als Menschenleben?

Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“ (Primo Levi) 

Wenn wir OMAs erinnern, dann immer auch mit dem Blick auf heute.

Kein Mensch flüchtet freiwillig. Wir können nur ahnen, aus welchen „Lebens“bedingungen die Menschen geflohen sind, die heute in den Flüchtlingslagern auf Lesbos, in Bosnien-Herzegowina oder in libyschen Camps vegetieren, ohne Perspektive, ohne dass sie irgendetwas für eine Verbesserung ihrer Lage tun können.

Wird von Seiten der EU womöglich beabsichtigt, dass die Bilder der hungrigen, frierenden Menschen im Schlamm vor zerstörten Plastikzelten auf andere so abschreckend wirken, dass diese dann doch die Flucht in eine ungewisse Zukunft nicht wagen?

Ich erwarte von den politischen Entscheidungsträgern, dass sich ihr Handeln nicht auf das Ablegen von Erinnerungs-Blumengestecken beschränkt. Sie müssen die Flüchtlinge 2021 in Europa aufnehmen. Aufnehmen, das heißt mehr als Registrieren und Verwalten, das heißt eine Perspektive für ein sicheres Leben in Freiheit geben.

Frieda